Pensionslücke #2: Nebenjobs bringen es nicht!

Die Pensionslücke kommt und wird jeden von uns betreffen, aber ob es uns letztendlich wirklich weh tun wird, hängt davon ab, ob wir zuvor etwas dagegen unternommen haben. Und die Statistik zeigt ein trauriges Bild.

Noch immer haben mehr als 75 % nicht ausreichend vorgesorgt!

Bevor Sie jetzt denken, ich würde Ihnen irgendein Finanzprodukt aufschwatzen, sage ich es gleich: darum geht es nicht!  Finanzprodukte sind nicht dafür gemacht, um Ihnen einen sicheren Lebensabend zu bieten, auch wenn Ihre Bank und verschiedene Finanzhaie Ihnen das weis machen wollen. Praktisch ALLE Finanzprodukte sind dafür gemacht, dass jemand daran verdient. Und das sind ganz sicher nicht SIE!

Sie können bei jedem Finanzprodukt nur verlieren!

Warum das so ist, können Sie in meinem nächsten Blog Pensionslücke #3 nachlesen.

In diesem Blog geht es um die Unsinnigkeit eines herkömmlichen Nebenjobs. Ja, viele Pensionisten – insbesondere Männer – haben manchmal in der Pension das Gefühl, plötzlich nicht mehr gebraucht zu werden, plötzlich keine Aufgabe mehr zu haben oder dass plötzlich ihrem Leben der Sinn genommen wurde. Sie haben für die Arbeit gelebt und müssen jetzt von einem Tag auf den anderen ohne Arbeit auskommen.

Etwa die Hälfte dieser Pensionisten suchen sich dann einen Nebenjob, der ihnen wieder irgendeine Aufgabe gibt, in der sie zeigen können, dass sie für die Gesellschaft immer noch wertvoll sind.

Leider ist die Herangehensweise völlig falsch und sie machen genau aus diesem Grund wieder die gleichen Fehler, die sie zuvor in ihrem Job schon gemacht haben. Sie arbeiten für Sinn, Aufgabe, oft auch Geld, aber bestimmt nicht, um in die in der Pension auftretende Pensionslücke zu füllen. Warum nicht? Weil es sich schlicht und einfach nicht ausgeht.

Aktuell werden Sie nicht mehr als 70% Ihres jetzigen Nettoeinkommens in der Pension als Nettozahlung herausbekommen. Bei einem durchschnittlichen Einkommen von rund € 1.600,- netto bedeutet das Fehlen von 30% genau € 480,- weniger. Bereits dieser Wert ist höher als ein geringfügiges Einkommen (aktuell ca. € 423,- in Österreich). In Deutschland sind die Abschläge bereits jetzt höher als 30% und wir können davon ausgehen, dass in beiden Ländern die Abschläge noch massiv erhöht werden.

Die Abschläge werden in beiden Ländern Richtung 50% gehen und ich traue mich nicht zu behaupten, dass wir uns dort einpendeln werden.

Jedenfalls wird es darauf hinauslaufen, dass alle Pensionisten einen Nebenjob brauchen!

Ausnahmen sind dann nur noch jene, die sich rechtzeitig darum gekümmert haben. Und das sind nicht viele. Hausfrauen, alleinerziehende Mütter (die einfach keine Möglichkeit hatten, Vollzeit arbeiten zu gehen), Arbeiter, die ihr Leben lang nach dem Kollektiv verdient haben – sie alle werden in der Pension mit der Altersrente NICHT auskommen!

Traurig, aber wahr: Nebenjobs zu machen, so lange man im Erwerbsleben noch kann, wird vom Staat bestraft. Wer schon einmal geringfügig oder Teilzeit zu seinem Vollzeitjob dazuverdient hat, hat diese Erfahrung schon gemacht, dass am Ende des Jahres das Finanzamt beim Finanzausgleich (Arbeitnehmerveranlagung, Steuererklärung) einem plötzlich unglaublich tief in die Taschen greift. Einem meiner Freunde hat das Finanzamt mehr als die Hälfte (!) des geringfügigen Zuverdienstes als Steuerabgabe vorgeschrieben, weil er mit dem Zuverdienst in eine höhere Steuerklasse gerutscht ist. Über € 2.000,- Nachzahlung! Was für eine Frechheit!

Und Pensionisten, die in der Pension Geld dazu verdienen, geht es genauso!

Wer also nicht JETZT (im Idealfall VOR der Pension) das Richtige tut, aber allerspätestens in der Pension das Richtige tut, wird auf jeden Fall DRAUFZAHLEN!

Um so wichtiger sollte es für ALLE sein, deren Lebensabend noch nicht gesichert ist, sich am Arbeitsmarkt umzusehen, welche Trends es gibt. Denn diese Trends werden in Zukunft nicht nur unseren Arbeitsmarkt bestimmen, sondern auch darüber, wer in Zukunft mit einem Lachen in Pension gehen kann und wer in der Pension in die Altersarmut fallen wird. Denn sogar, wenn du jetzt € 2.000,- Netto-Einkommen hast, ist das noch lange keine Garantie dafür, dass du in deiner Pension über dem Existenzminimum bleiben wirst.

Denn darüber nach und informier dich über die aktuellen Trends.

Denn die sind nicht kurzfristig. Und du kannst sie nutzen, um dir (wenn es schnell gehen muss, auch kurzfristig) die Pensionslücke aufzufüllen oder wenigstens so weit abzuschwächen, dass du sie nicht mit voller Breitseite zu spüren bekommst. Und lass dir Mut machen: Zum Anfangen ist es NIE zu spät!

 

 

Für Anregungen und Kommentare bin ich gerne offen. Schreibt mir eure Meinungen unten hinein. Ich freue mich über jede Antwort, die ich bekomme.

Euer

Michael Purner

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